Kinderpornografie im Klassenchat

April 15, 2019

Ja, die Überschrift ist doof, wissen wir. Aber nennen wir das Kind doch beim Namen. Um den heißen Brei herum reden nutzt keinem und wir können gemeinsam das Thema angehen, damit es in Zukunft vielleicht keines mehr ist. 

 

 

 

Letzte Woche wurden an einer Stuttgarter Schule in der 9. Klasse alle 24 Smartphones durch die Polizei beschlagnahmt (zum Artikel)

Was war geschehen? Den Ermittlern wurden Informationen zu Teil, dass sich die Jugendlichen untereinander pornografische Inhalte zugesendet hatten. Den Schülern und Schülerinnen war nicht bewusst, dass auch nur das Versenden bzw. der Besitz solcher Inhalte strafbar ist (§184b StGB).

 

Kurz vor Bekanntwerden dieses Vorfalls (und es ist leider nicht der erste dieser Art) waren wir auf einer Schulung zum Thema "Digitale Pubertät" Die meisten der anwesenden Eltern waren überzeugt, dass ihr Kind bis dato verschont geblieben ist oder im Fall der Fälle sofort den Kontakt zu Mutter oder Vater gesucht hätte. Wie sich in den Gesprächen vor Ort herausgestellt hatte, waren viele der eigenen Kinder (Jungen wie Mädchen aus den Klassen 5-8) sehr wohl in der Vergangenheit mit solchen pornografischen Inhalten konfrontiert (nennen wir es doch belästigt) worden. Nach eigener Aussage der Kinder fanden ein Großteil diese Inhalte "verstörend und ekelig", hatten aber leider nicht den Mut mit dem Smartphone zu den Erziehungsberechtigten zu gehen, weil die Angst zu groß war, dass ihnen das Handy wieder abgenommen werden könnte. 

Das ist aus unserer Sicht ein sehr wichtiger Punkt! Wenn wir wollen, dass unsere Kinder mit allen (digitalen) Sorgen und Ängsten zu uns kommen, dürfen sie nicht das Gefühl haben dafür bestraft zu werden. Das Risiko, dass das eigene Kind solche Bilder oder Videos zugeschickt bekommt, lässt sich wahrscheinlich nur mit kompletten Smartphone- und Internetverbot erreichen. Aber ist es das was wir bei allen Vorteilen und Chancen wirklich wollen? Ist das noch zeitgemäß? Die Frage kann sich nur jede Mutter, jeder Vater selbst beantworten, aber wir glauben fest daran, dass regelmäßige Gespräche zwischen Kind und Eltern und vor allem präventiv Aufklärung schon erreichen können. 

 

Liebe Grüße aus Düsseldorf

 

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